Deine Ausrüstung

Damit eine Trainingseinheit erfolgreich verläuft und du und dein Pferd euch beide jedes Mal ein bisschen weiterentwickelt, kommen einige Faktoren ins Spiel.

Einer davon ist die Ausrüstung – und zwar immer sowohl die des Pferdes, aber auch die des Reiters! Sie sollte zweckmäßig, passend und gepflegt sein.

Unzweckmäßig wäre es zum Beispiel, mit einem Dressursattel einen Springparcours zu reiten oder mit einem scharfen Gebiss auszureiten, anstatt Zeit (&Geld?) in eure Ausbildung zu investieren. Deine Ausrüstung muss zu dem passen, was du vor hast. Sie sollte nicht unnötig „hart“ sein fürs Pferd. Müssen 8-jährige Kinder auf dem Turnier in der E-Dressur mit Sporen reiten – wohl kaum. Auch du solltest überdenken, ob Ausrüstungsgegenstände vielleicht sogar überflüssig sind. Einfach mal eine Zeitlang ohne Gerte und Sporen reiten, wie sieht es aus mit der Effektivität deiner treibenden Hilfen? Hilfszügel sind ja auch so ein großes Streit-thema (vor allem online, wie ich in letzter Zeit festgestellt habe.) und das Ziel sollte auch immer sein, ohne zurecht zu kommen. Daher immer regelmäßig die Überprüfung: Was macht DERZEIT Sinn für dich & dein Pferd, was kannst du jetzt gerade noch optimieren?

Solltest du bei der Anpassung der Ausrüstungsgegenstände unsicher sein, bitte einen Experten wie deinen Sattler/Therapeuten oder Trainer um Rat. Es kann auch diesbezüglich nie falsch sein, eine zweite Meinung einzuholen! Es kann große Probleme mit sich bringen, wenn Gebisse, Kopfstücke und vor allem Sättel nicht passen. Von körperlichen Ausmaßen wie Scheuerstellen, Blockaden, Verletzungen, Lahmheiten und bis zum Verlust von Motivation und sogar später eine Unreitbarkeit (oder ein selbstgemachtes „Problempferd“) kann alles mit dabei sein. Ungeeignetes Schuhwerk für den Reiter, federnde Steigbügel oder eine ungünstige Größe der Sitzfläche des Sattels können deinen Sitz einschränken und somit wieder dein Pferd negativ beeinflussen.

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schlechtestes Glied, und die Trense ist nur so haltbar wie ihre stärkste Naht und das geschmeidigste Leder. Werden Schnallen brüchig, das Leder porös, oder der Hufschuh des Pferdes öffnet sich ungewollt aufgrund von Materialermüdung sind Unfälle vorprogrammiert. Ein ausgeschlagenes Gebiss kann den Maulwinkel blutig scheuern und eine nie gewaschene Schabracke die Haut des Pferdes im Rückenbereich irritieren. Nutze also geeignete Pflegemaßnahmen für deine Ausrüstungsgegenstände, die du auch gewissenhaft und regelmäßig anwendest!

Im Folgenden findest du noch ein paar Tipps, für deinen Sattel, den Sattelgurt, die Sattelunterlage und das Kopfstück.

Sattel

Besonders Sättel sind ein leidiges Thema…Zunächst Mal hat jedes Pferd eine individuelle Sattellage, und dann muss auch noch Reiter X in den Sattel passen. Und zwar sowohl mit seinem Hintern, als auch mit den Beinen. Wenn mehrere Reiter ein Pferd reiten, können Klett-Pauschen praktisch sein. Die lassen sich verstellen und außerdem kann auch mal mit kleineren Pauschen oder ganz ohne geritten werden. Auf ein Pony mit kurzem Rücken passt nunmal einfach kein 18-Zoll Sattel. Basta. Dann ist die Konstellation mit gegebenem Reiter einfach nicht machbar, dann steht höchstens Arbeit vom Boden für diese Person an. Der Sattel darf nicht über den 18. Brustwirbel hinausgehen, muss im Schwerpunkt liegen und vom Kopfeisen her dem Pferd passen. Der Wirbelkanal muss weit genug und gleichzeitig nicht zu weit sein, die Sattelkissen müssen so gepolstert sein, dass das Gewicht des Reiters gleichmäßig verteilt wird.

Es gibt gute gebrauchte Sättel, eine Maßanfertigung ist nur in seltenen Fällen nötig. Um die Anpassung durch einen fachkundigen Sattler kommt man nicht herum!!! Manchmal lässt sich für eine zeitweise Überbrückung mit einem (sinnvollen) Pad ein bisschen was kompensieren, aber langfristig muss der Sattel so angepasst sein, dass er ohne Unterlage und mit dem Reiter obendrauf optimal liegt.

Da unsere lieben Tiere sich im Laufe ihres Lebens und Trainings (und der Jahreszeiten…) körperlich immer wieder verändern, muss der Sattel mindestens einmal im Jahr kontrolliert und bei Bedarf nachgebessert werden.

Da gibt es auch keine Diskussion. Sollte das finanziell für dich nicht in Frage kommen, darfst du dein Pferd zumindest nicht reiten, mit einer unpassenden Pritsche.

Sattelgurt

Als Sattelgurt bietet sich je nach Strupfenlänge ein Kurz- oder Langgurt an, der den Druck gleichmäßig verteilt. Für bauchige oder Pferde mit anderen spezielleren Rumpfformen gibt es entsprechende Modelle, die den Sitz des Sattels unterstützen. Gurte immer auf beiden Seiten nach, die Schnallen sollten gleich hoch sein und bei einem Kurzgurt über dem Ellenbogen (also möglichst nah am Sattelblatt) enden. Lockere den Sattelgurt nach dem Absteigen, natürlich nur soweit, dass der Sattel nicht runter rutschen kann. Auch den Gurt regelmäßig putzen bzw. waschen, je nach Material.

Sattelunterlage

In der Regel bietet sich eine Schabracke oder Satteldecke an, die gibt es ja heutzutage in jeder Farbe und aus jedem Material. Wenn der Sattel perfekt liegt, muss es keine dick gepolsterte Schabracke sein. Befestige die Schlaufen fachgerecht am Sattel, dann kann auch nichts verrutschen und denke an das „Einkammern“, also hoch ziehen der Schabracke vorne in die Sattelkammer und auch hinten in den Wirbelkanal. So liegt die Decke nicht direkt auf den empfindlichen Dornfortsätzen deines Pferdes. Regelmäßig waschen und nach jedem reiten trocknen lassen und lüften versteht sich hoffentlich von selbst….

Kopfstück

Egal ob klassische Trense, gebissloser Zaum oder zwischendurch mal die Kandare, das Kopfstück sollte entsprechend den Proportionen des Pferdekopfes eingestellt werden. Mit der Zeit leiert das Leder durchaus etwas aus und evtl. musst du dann nochmal ein Loch enger stellen. An den Ohren sollte ausreichend Freiheit sein, dass das Pferd sie weiterhin problemlos drehen kann. Reithalfter und Backenstücke sollten links und rechts gleich hoch eingestellt sein. Auch der Stirnriemen sollte nicht knalleng sein. Dass unter dem Nasenriemen auf dem Nasenrücken zwei aufgestellte Finger Platz haben müssen, hat sich mittlerweile ja gut rumgesprochen. Ordne den Schopf sorgfältig beim Trensen. Für Reiter mit eher schmalen Händen oder auch Kinder kann man heutzutage auch etwas schmalere Zügel kaufen.

Dir hat der Artikel gefallen? Du hast noch Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich über deine Nachricht: info@equinamic.com

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